Die Geschichte des Adventskalender

Heutzutage ist der Adventskalender gar nicht mehr wegzudenken, doch war es nicht immer so, dass man sich in der Vorweihnachtszeit jeden wartenden Tag versüßen konnte, denn auch der Adventskalender hat seine eigene Geschichte.

Noch bis zum 19. Jahrhundert war Weihnachten ein gern gefeiertes Fest der Gläubigen Gemeinde. Vorerst haben die Kinder jedes Jahr, zum 6. Dezember (heute als Nikolaustag bekannt), ein kleines Geschenk bekommen. Doch durch Martin Luther bekam das Fest mehr Wert – durch die Geburt Jesu Christi. Somit bekamen die Kinder ihre Geschenke erst am 24. Dezember und hatten damit eine längere Wartezeit.

Die Verbreitung des Weihnachtskalenders

Um die Zeit bis Heiligabend interessanter zu gestalten, kamen viele neue Bräuche und Sitten hinzu. Zum Beispiel wurde eine Tür des Hauses mit 24 Kreidestriche versehen, damit die Kinder Tag für Tag einen Strich wegwischen konnten. Anfangs nur bei den Anhängern Luthers (Martin Luther, 10. November 1483 in Eisleben, Grafschaft Mansfeld; † 18. Februar 1546 ebenda), verbreitete sich dieser Brauch, aufgrund positiver Merkmale, auch bei den Katholiken. Vermutet wird, dass der erste Adventskalender im Jahre 1851 entstanden ist.

Oft hängten religiöse Familien nach und nach 24 Bilder an die Wand, um die Tage bis Weihnachten zuzählen. Beliebt war auch die Adventskerze, mit ihren 24 Markierungen konnte man sie jeden Tag anzünden und bis zur nächsten Markierung hinunter brennen lassen. Ein weit verbreiteter Brauch war es, den Kindern zu jeden Adventstag ein kleines Geschenk neben das Bett zu legen – wie beispielsweise Christbaumschmuck mit dem das Kind an Heiligabend den Weihnachtsbaum selber schmücken durfte.

Der Adventskalender wurde zur Mode

1902 wurde in Hamburg die erste gedruckte Weihnachtsuhr veröffentlicht, an der sich viele Kinder erfreuten. Der meist verbreitete Adventskalender hatte 24 Türchen, hinter denen sich Bilder von verschneiten Städten verbargen. Im Jahre 1908 kamen die ersten fabrikproduzierten Adventskalender, die damals allerdings noch Weihnachtskalender hießen. Es waren dekorierte Bastelkalender, die in der Mitte mit 24 Rechtecken versehen wurden, auf denen man die mitgelieferten Bilder aufkleben konnte. Fast dreißig Jahre lang war diese Variante im Angebot.

Heutzutage findet man oft hinter jedem Stückchen Schokolade noch eines dieser beliebten Bilder. Adventskalender werden in unzähligen Farben und Formen angeboten, mit Pralinenfüllung oder auch mit Spielzeug für die Kinder. Viele basteln sich ihre Kalender aber auch selber, um sie dann nach eigenen Vorstellungen zu befüllen.

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